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JON VICKERS - WAGNER - PARSIFAL - Ja, Wehe! Weh' über mich! - Mein Vater
Parsifal (wagner) vickers, krause, Rydl, Mieven, Mazura, minton, hors ... STEIN (GENEVE) suisse romande
II Zug:
Ihn fällte des Alters siegende Last,
da den Gral er nicht mehr erschaute.
I Zug:
Wer wehrt ihm des Grales Huld zu erschauen?
II Zug:
Den dort ihr geleitest, der sündige Hüter.
I Zug:
Wir geleiten ihn heut, weil heut noch einmal -
zum letzten Male -
will des Amtes er walten.
Ach, zum letzten Mal!
Amfortas ist jetzt auf das Ruhebett hinter dem Gralstische niedergelassen, der Sarg davor niedergesetzt worden; die Ritter wenden sich an ihn.
II Zug:
Wehe! Wehe! Der Hüter des Grals!
Ach, zum letzten Mal,
sie deines Amtes gemahnt!
Zum letzten Mal! Zum letzten Mal!
Amfortas:
Ja, wehe, wehe! Weh' über mich!
So ruf' ich willig mit euch,
williger nähm' ich von euch den Tod,
der Sünde mildeste Sühne!
Der Sarg wird geöffnet - Beim Anblick der Leiche Titurels bricht alles in einen jähen Wehruf aus. Amfortas richtet sich hoch von seinem Lager und wendet sich zur Leiche.
Mein vater!
Hochgesegneter der Helden!
Du Reinster, dem einst die Engel sich neigten;
der einzig ich sterben sollt',
dir - gab ich den Tod!
O! Der du jetzt in göttlichen Glanz
den Erlöser selbst erschaust,
erflehe von ihm, dass sein heiliges Blut,
wenn noch einmal heut sein Segen
die Brüder soll erquicken,
wie ihnen neues Leben
mir endlich spende - den Tod!
Tod! Sterben!
Einz'ge Gnade!
Die schreckliche Wunde, das Gift, ersterbe,
das es zernagt, erstarre das Herz!
Mein Vater! Dich - ruf' ich,
rufe du ihm es zu;
Erlöser, gib meinem Sohne Ruh'!
Ritter:
sich näher an Amfortas herandrängend
Enthüllet den Gral!
Walte des Amtes!
Dich mahnet dein Vater;
du muss! Du muss!
Amfortas springt in wütender Verzweiflung auf und stürzt sich unter die zurückweichenden Ritter.
Amfortas:
Nein! Nicht mehr! Ha!
Schon fül' ich den Tod mich umnachten
und noch einmal sollt' ich ins Leben zurück?
Wahnsinnige!
Wer will mich zwingen zu leben?
Könnt ihr doch Tod mir nur geben!
Er reicht sich das Gewand auf
Hier bin ich - die offne Wunde hier!
Das mich vergiftet, hier fliesst mein Blut.
Heraus die Waffe! Taucht eure Schwerter,
tief - tief, bis ans Heft!
Auf! Ihr Helden!
Tötet den Sünder mit seiner Qual,
von selbst dann leuchtet euch wohl der Gral!
Alles ist scheu vor Amfortas gewichen. Parsifal ist, von Gurnemanz und Kundry begleitet, unvermerkt unter den Rittern erschienen, tritt hervor und streckt den Speer aus, mit dessen Spitze er Amfortas' Seite berührt.
Parsifal:
Nur eine Waffe taugt -
die Wunde schliess
der Speer nur, der sie schlug.
Amfortas' Miene leuchtet in heiliger Entzückung auf; er schient vor grösser Ergriffenheit zu schwanken; Gurnemanz stützt ihn.
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